Initiative Wetten nur in den Toto
Juergen Langrock

11. September 2006

Medien suchen nach Modell für Sportwetten

Fernsehsender wie Onlineanbieter treibt derzeit eine Sorge um: Das Verbot privater Sportwetten in Deutschland. Mittlerweile haben sie sich im "Arbeitskreis Wetten" zusammengeschlossen und wollen ein neues Konzessionsmodell entwickeln.

 

Die im "Arbeitskreis Wetten" organisierten Unternehmen Bild.T-Online, DSF, ProSiebenSat.1 Media AG, Premiere und RTL haben am Montag angekündigt, gemeinsam mit dem Verband Privater Rundfunk und Telekommunikation (VPRT) ein neues Konzessionsmodell für Sportwetten zu konzipieren. Hierzu sei das Beratungsunternehmen Deloitte mit der Erstellung einer Studie beauftragt worden.

Das Ergebnis der Studie soll ein Konzept für die Öffnung des Marktes für Sportwetten sein, an dem die Medienunternehmen aufgrund der enormen Werbeeinnahmen, die mit diesem Markt verbunden sind, erheblich interessiert sind. Die Studie soll noch vor der Ministerpräsidentenkonferenz, die am 20. Oktober stattfindet, fertig gestellt und im Vorfeld der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Ziel sei es, ein Konzessionsmodell zu entwickeln, "in dem die scheinbar widersprüchlichen Interessen der beteiligten Unternehmen, Verbände und politischen Parteien zum Ausgleich gebracht werden". Die Ergebnisse der Studie sollen laut Jürgen Doetz, Präsident des VPRT, die Grundlage für ein konkretes Gesprächsangebot an Politik und Sport darstellen. Nach Vorstellungen des Arbeitskreises sowie des VPRT solle es zu einem runden Tisch kommen, an dem gemeinsam ein neues Konzessionsmodell erarbeitet wird.

Bislang wurden die Gesprächsangebote des Arbeitskreises Wetten an die Politik nicht wahrgenommen. Thomas Deissenberger, stellvertretender Sprecher des Arbeitskreises, erneuerte nun dieses Angebot. Nach Ansicht Deissenbergers sei eine Öffnung des Marktes für Sportwetten ohnehin ein Gewinn für alle. Ein staatliches Monopol auf Glücksspiele sorge nur dafür, dass sich der Markt alternative Kanäle suche. "Hier entzieht sich aber die Suchtprävention einer effektiven Kontrolle, und die fiskalischen Interessen sind nicht durchzusetzen", so Deissenberger in einem Interview.